Einkommen & Steuern

Was bleibt netto übrig, und wer zahlt wie viel?

Worum geht es?

Wie viel von deinem Gehalt am Ende übrig bleibt, hängt stark von Steuertarif, Freibeträgen und Sozialabgaben ab – und die Parteien wollen daran unterschiedlich viel ändern. Manche setzen auf niedrigere Steuern für alle, andere auf gezielte Entlastung bestimmter Einkommensgruppen, finanziert durch höhere Abgaben an anderer Stelle. Was das konkret für dich bedeutet, hängt davon ab, wie du lebst, wovon du lebst und wie viel dein Haushalt verdient.

Was fordern die Parteien?

Kurzfassung der Wahlprogramme zur Bundestagswahl 2025, in eigenen Worten.

CDU/CSU

Größere Unternehmenssteuerreform mit Höchstsatz von 25 Prozent, Anpassung des Einkommensteuertarifs zur Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen, Abschaffung des verbliebenen Solidaritätszuschlags, steuerliche Anreize für Mehrarbeit. Keine Vermögensteuer geplant.

Quelle: Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025 (Seitenangabe folgt) – Fundstelle wird nachgetragen.

SPD

Keine pauschale Steuersenkung, stattdessen gezielte Tarifreform zur Entlastung von 95 Prozent der Steuerzahlenden. Gegenfinanziert über höhere Steuern für Spitzeneinkommen und -vermögen sowie eine geplante Mindeststeuer für sehr große Vermögen. Solidaritätszuschlag bleibt für hohe Einkommen bestehen.

Quelle: Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025 (Seitenangabe folgt) – Fundstelle wird nachgetragen.

AfD

Anhebung des Grundfreibetrags auf 15.000 Euro, Verschiebung der Tarifeckwerte im Einkommensteuertarif, Einführung eines Familiensplittings (Summe der Familieneinkünfte geteilt durch Anzahl der Familienmitglieder), vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags und der Erbschaftsteuer. Ablehnung einer Vermögensteuer.

Quelle: Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025: Zeit für Deutschland, 12. Januar 2025

Grüne

Integration des Solidaritätszuschlags in den regulären Einkommensteuertarif, Verschärfung der Erbschaftsteuer bei sehr großen Erbschaften, Unterstützung einer international abgestimmten Milliardärssteuer.

Quelle: Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025 (Seitenangabe folgt) – Fundstelle wird nachgetragen.

Linke

Deutlich progressiverer Steuertarif mit zusätzlichen Stufen für sehr hohe Einkommen (60 Prozent ab rund 260.000 Euro, 75 Prozent ab 1 Million Euro zu versteuerndem Einkommen). Im Gegenzug spürbare Entlastung von Familien und Alleinerziehenden über höheres Kindergeld und höhere Freibeträge.

Quelle: Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2025 (Seitenangabe folgt) – Fundstelle wird nachgetragen.

FDP

Einführung eines linear-progressiven „Chancentarifs“ zur Beseitigung des Mittelstandsbauchs, schrittweise Anhebung des Grundfreibetrags um mindestens 1.000 Euro, Spitzensteuersatz erst ab 96.600 Euro Jahreseinkommen, automatische Anpassung von Freibeträgen und Tarifeckwerten an die Inflation („Tarif auf Rädern“), vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags. Ablehnung jeder Form von Vermögensteuer oder Vermögensabgabe.

Quelle: Alles lässt sich ändern — Das Wahlprogramm der FDP zur Bundestagswahl 2025, 17. Dezember 2024

BSW

Steuerliche Entlastung von Einkommen bis 7.500 Euro brutto, deutliche Erhöhung des Grundfreibetrags orientiert am Mindestlohn, gesetzliche Renten bis 2.000 Euro monatlich steuerfrei, Spitzensteuersatz erst bei sehr hohen Einkommen. Gegenfinanziert unter anderem über die Besteuerung von Kapitalerträgen wie Arbeitseinkommen und eine neue Vermögensteuer ab 25 Millionen Euro.

Quelle: Wahlprogramm des Bündnis Sahra Wagenknecht zur Bundestagswahl 2025, 12. Januar 2025

Was würde das für dich bedeuten?

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CDU/CSU

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    Quelle: IW Köln, 19. Februar 2025

SPD

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    Quelle: IW Köln, 19. Februar 2025

FDP

  • +2.211 € / Jahr

    Quelle: IW Köln, 19. Februar 2025

Warum unterscheiden sich die Zahlen?

Die Institute rechnen mit unterschiedlichen Musterhaushalten. Das ZEW legt für die Familie 40.000 € Bruttojahreseinkommen zugrunde, das IW 42.000 €. Schon dieser Unterschied verschiebt die Beträge, weil der Steuertarif nicht gleichmäßig ansteigt.

Die Studien schauen auf unterschiedlich viel. Das IW rechnet vor allem den Einkommensteuertarif durch, das ZEW zusätzlich weitere Reformvorschläge aus den Wahlprogrammen.

Beide Studien lassen offen, wie die Vorhaben bezahlt werden, und beide rechnen ohne wirtschaftliche Folgewirkungen – also ohne die Frage, ob Menschen wegen der Reform anders arbeiten oder investieren würden.

Wo die Wahlprogramme unkonkret bleiben, mussten die Autorinnen und Autoren Annahmen treffen. Unterschiedliche Annahmen führen zu unterschiedlichen Zahlen, ohne dass eine davon falsch sein muss.

Stand: Februar 2025